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« Die Zitadelle von Verdun ist nicht mehr die von Jean Errard und Vauban, die auf einem felsigen Steilhang der linken Uferseite der Maas errichtet wurde; besser gesagt, sie ist mehr als das. 19 Meter unter dem Oberbau existiert eine unterirdische Stadt mit jeglichem modernem Komfort (elektrisches Licht, Zentralheizung, erstklassige Belüftung). Stellen Sie sich auf einem Platz, der ungefähr dem des Place de la Concorde entspricht (700 auf 800 Meter), die Gänge der Metro vor, die durch ein mehrere Meter dickes Mauerwerk gegen die 420mm und 380mm Granaten geschützt werden und die in alle Richtungen durch 7 Kilometer an Gängen miteinander verbunden sind. »
(Dodu, Gaston, 1918; Ein Besuch in Verdun im Jahre 1918)


« (...) Als ich endlich in der Zitadelle ankomme, bewegen ein paar Emotionen ihre unterirdischen Gänge. Drei Kompanien werden heute Nacht nach Froideterre geschickt. Es scheint als würde es kritisch werden da oben! Der Gedanke daran, wieder dorthin zu gehen versetzt keinen in Begeisterung. Die Truppen sind schweigsam. Die Erschöpfung steht Ihnen ins Gesicht geschrieben... »
(Abbé Thellier de Pocheville, 1924, Zehn Monate in Verdun)


« (...) Wir kommen in der Zitadelle an (...). Granaten fallen auf Verdun; wir werden sofort hereingelassen, da die Deutschen manchmal auf den Eingang schießen. Man führt uns zu den Zellen, die wir in der Kasematte, die als Schlafsaal für die Offiziere dient, bewohnen werden. Wir sind durch Trennwände aus Brettern getrennt. Das Bett ist ein Brett mit zwei kleinen Matratzen und zwei Decken, wie in einer Kajüte. Ein Becken, ein Krug, ein Eimer, drei Haken, ein Brett. Man hatte das Taktgefühl uns ein Kruzifix hinzuhängen. »
(Die Bücher des Kardinals Alfred Baudrillart, 1. August 1914 – 31. Dezember 1918)


« Sie sollten wissen, dass die Zitadelle von Verdun in der Lage ist ihre tausende Bedürfnisse selbst zu befriedigen. Es ist ein Wunder, dass man die Gesamtheit des komplexen Existenzproblems und des Verteidigungsproblems in den unterschiedlichsten Formen gelöst hat. Hier trotzt man der Einsamkeit und ihrem ständigen Begleiter, der Langeweile. Die unausstehlichen „Depressionen“ werden durch Theateraufführungen und kleine Konzerte, die in den Kasematten abgehalten werden, triumphierend bekämpft. Dem Originalveranstaltungssaal fehlt es weder an Akteuren noch an Zuschauern, alles vorübergehende Gäste, Soldaten, die morgen dem Feuer des Gegners gegenüberstehen, das Lächeln auf den Lippen, vertrauend auf den Triumph unserer Waffen. »
(Ernest Beauguitte, Einleitung "Verdun en 1917", in Verdun am Vortag des Krieges)